Ingenieure sind auch Musiker!

ingenieurgross Ingenieure sind die eigentlichen Helden unseres Alltags: Wir alle benutzen täglich massenhaft Produkte, die von den Experten entwickelt und designt wurden. Ohne diese Spezies würden wir noch immer nur bei Ackerbau und Viehzucht unser Dasein fristen und könnten uns nicht so ausgiebig mit den Freuden des Lebens beschäftigen. Bei uns im Schwabenland genießt dieser Beruf natürlich u.a. auch deshalb ein so hohes Ansehen, weil wir die Weltmarktführer im Automobil- und Maschinenbau sind, und weil ohne diese Technik-Freaks diese Branchen, und damit wir alle, ziemlich alt aussehen würden. Kein Wunder, dass viele unserer Schüler hier in Stuttgart diesem Berufszweig zuzuordnen sind.

Im Schlagzeugbau haben die Ingenieure allerdings seit über 30 Jahren Kreativpause. Die akustischen Drumsets sind, bis auf einige Kleinigkeiten, immer noch die gleichen, wie in den 80er Jahren – an dieser Front tut sich wahrlich nicht viel (im Unterschied zu den E-Drums, in deren Entwicklung viel Innovation geflossen ist). Die Meisterleistungen der Ingenieure sind doch eher in anderen Branchen zu finden. Das mag zum Teil auch daran liegen, dass die kleinen Schlagzeughersteller keine so beeindruckenden Gehälter bezahlen können wie die Branchenriesen Bosch, Daimler, Porsche und Co.

Wer allerdings gedacht hat, dass die Ingenieure es nun dabei belassen, der hat nicht mit unserem Schüler Stefan Dieterich gerechnet, der Ingenieur und Drummer in einer Person vereint. Und wie kann man diese beiden Passionen verbinden? Ganz einfach, indem man sich mit technischem Verstand einem der Lieblingsthemen der Drummer widmet: dem Schlagzeugsound. Stefan beschäftigt sich nun schon seit längerer Zeit mit den technischen Hilfsmitteln zum Stimmen des Drumkits und hat das Phänomen und die Wirkungen des Schalls mit Hilfe von Tabellen und Messgeräten fest im Griff.

Als er uns sein neues Drumkit vorführte, hat er eine Liste zum Vorschein gezaubert, die wir in der Art so noch nie gesehen haben: Der Soundfreak hat für jede seiner Trommeln nicht nur die Tonhöhe, sonder auch die Schwingungsfrequenz (in Herz) gemessen, jeweils für die Fellmitte und den Rand getrennt, und sauber notiert. So ist er in der Lage, den einmal gefundenen Sound immer wieder exakt zu reproduzieren. Er erreicht damit allerdings kein besseres Ergebnis, als wir mit unserer althergebrachten Methode: Wir vertrauen unserer Erfahrung und unseren Ohren. Aber eines zeigt sich ganz deutlich: Egal mit welcher Methode man das Set zum Klingen bringt, es macht einfach unglaublich viel Spaß, darauf zu spielen!

Stefan spielt übrigens in der U2-Cover Band “the edge”. Deren Webseite findet man hier!

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